Prächtige Objekte aus der Wikingerzeit

Die Sonderausstellung „RUS – Wikinger im Osten“ präsentiert mehr als 2000 Leihgaben aus 16 Museen im In- und Ausland. Die zahlreichen Gegenstände zeugen von den Beziehungen der Wikinger zu den Menschen, denen sie auf ihren Reisen nach Osten begegneten. Hier können Sie sich einen Eindruck davon verschaffen, was Sie in der Ausstellung sehen werden.

 

Jede Menge Silber und Münzen

Silber aus dem Kalifat war sehr begehrt. In Skandinavien, einschließlich Dänemark, wurden zahlreiche arabische Münzen, sogenannte Dirhams, gefunden, die im Kalifat geprägt wurden. Diese Münzen wurden von Wikingern mitgebracht, die Pelze, Sklaven und andere Waren in Gebiete verkauften, die wir heute als Irak, Iran und Usbekistan kennen.

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Schmuck mit einer Verschmelzung kultureller Einflüsse

Sowohl im Baltikum als auch im Reich der Rus, dessen Zentrum Kiew war, haben Archäologen Gräber gefunden, in denen die Toten mit Schmuckstücken bestattet wurden, die sowohl von skandinavischer, slawischer als auch byzantinischer Tradition und Gestaltung beeinflusst waren.

 

Prächtiges Frauengrab aus Lettland

Ein Frauengrab in Salaspils Laukskola in Lettland ist besonders bemerkenswert, da die im Grab gefundenen Gegenstände die Handelswege widerspiegeln, die von der Ostseeküste ausgingen. Die Frau wurde mit einer Halskette aus Schneckenhäusern der Kaurischnecke begraben, die in Gebieten von Südostasien bis Afrika beheimatet ist. Im Orient wurden sie als Zahlungsmittel verwendet und kamen in der Wikingerzeit über Handelsnetze aus Indien nach Europa.

Die blauen Perlen stammen aus dem Byzantinischen Reich, während das Kleid an den Schultern durch zwei skandinavische Fibeln zusammengehalten wurde. Außerdem wurden ein Messer und eine Kette aus Glasperlen, bronzene Fingerringe und eine Axt gefunden, die normalerweise nur einen Krieger ins Grab begleiteten. Die Frau im Grab gehörte also zweifellos zu einer der führenden Fürstenfamilien der Region.

 

Im Westen Jütlands gefundener Ohrring

Dieser Ohrring oder vielleicht auch Schläfenring wurde wahrscheinlich in einer Werkstatt im Byzantinischen Reich oder in Kiew hergestellt. Die beiden Vögel um den Baum des Lebens sind sowohl bei Muslimen als auch bei Christen ein beliebtes Symbol. Der halbmondförmige Schmuck ist mit kleinen Goldperlen, Goldbändern und Emaille verziert.

Der Schmuck wurde in der Nähe von Bøvling in Westjütland gefunden, wo er im Jahr 2021 an der Oberfläche auftauchte. Möglicherweise wurde er von einem Wikinger mitgebracht, der als Soldat in der Warägergarde von Konstantinopel diente.

 

Kriegergrab mit prächtiger Pferdeausrüstung

In der Ukraine wurde ein Grab aus den frühen 900er Jahren gefunden, das von den multikulturellen Elementen der Ruswikinger zeugt:

Ein Krieger wurde mit seinem Pferd begraben, das mit einem edlen Pferdegeschirr ausgestattet und mit vergoldeten Silberbeschlägen sowie Silbereinlagen in Sattel und Steigbügeln reich verziert war. Der Krieger wurde mit einem Umhang bestattet, an dessen Kanten Silberfäden eingewebt waren. Dazu trug er eine Pelzmütze mit einer Spitze aus durchbrochenem Silberwerk.

In einem kleinen, mit Silber verzierten und mit Pelz gefütterten Beutel befand sich unter anderem eine Kette aus Goldfolienperlen. Darüber hinaus trug der Krieger zwei silberne Trinkhörner und eine silberne Schale sowie eine arabische Silbermünze aus der ersten Hälfte der 900er Jahre bei sich. Der Stil der Trinkhörner legt nahe, dass Sie aus Skandinavien oder Dänemark stammten. Das Waffenmesser und die silberne Hutspitze hingegen waren von Steppennomaden inspiriert. Goldfolienperlen waren sehr begehrt und stammten aus dem Byzantinischen Reich. Das Pferdegeschirr war einzigartig und wahrscheinlich von nomadischen Gruppen im Südosten beeinflusst.

 

Waffen der Wikinger

Aufgrund ihrer berühmt-berüchtigten Kampftechniken wurden einige Wikinger in die kaiserliche Garde von Byzanz aufgenommen. Viele brachten ihre skandinavischen Waffen mit, darunter Schwerter, Äxte, Lanzen und Messer. Der Fund eines skandinavischen Schwertes aus dem 10. Jahrhundert mit magyarischen Pflanzenornamenten am Griff zeigt deutlich, welchen Einfluss die Begegnung mit den nomadischen Kriegern der Magyaren auf die Wikinger hatte. Das Schwert ist mit Silber und Kupfer verziert. Es wurde in Kiew in der heutigen Ukraine gefunden.

Viele Skandinavier dienten unter der Bezeichnung „Waräger“ als Söldner sowie in der Leibgarde des Byzantinischen Kaisers oder der Fürsten von Kiew. Die Beigaben aus einem Grab von Kiew zeugen von den vielfältigen kulturellen Kontakten, die die Wikinger auf ihren Reisen pflegten. Die Beschläge am Schwertgriff des Kriegers sind byzantinisch, das Schwert selbst stammt jedoch aus Skandinavien. Neben dem Krieger lagen eine Tasche mit Bronzebeschlägen im Stil der Steppennomaden und vier byzantinischen Kupfermünzen, von denen die jüngste aus dem Jahr 920 stammt, als Igor das Reich der Kiewer Rus regierte.

Weiterführende Links

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